JEWISH HORROR FILM NIGHT - Double Feature DER DYBBUK (Polen 1937) und THE POSSESSION (USA 2012)
Mittwoch, 05. Juni 2013 um 14:57 Uhr
SAMSTAG, 22. JUNI
im FILMHAUS KINO SPITTELBERG
(Spittelberggasse 3, 1070 Wien)
19h30 Der Dybbuk (Polen 1937)
22h The Possession (USA 2012)
Mit Einführung und Diskussion.
Michal Waszynskis DYBBUK ist eines der wirklichen Meisterwerke des jiddischen Kinos und bis heute eines der wenigen, in denen die Welt der Kabbala und des Chassidismus authentisch, ohne jeden Kitsch und Mummenschanz, dargestellt werden. Neben seinem ergreifenden Inhalt ist DYBBUK auch einer der wenigen erhaltenen jiddischsprachigen Filme aus dem Polen der Vorkriegszeit – Bilder einer vernichteten Welt. Das Dybbuk-Phänomen sollte nach der Shoah zunächst in nur wenigen Kinofilmen wieder aufgegriffen werden. THE POSSESSION ist ein Stück amüsantes Horror-Trash-Kino und verschmelzt in seiner Dybbuk-Interpretation Elemente des zeitgenössischen Horrorfilms mit den jüdischen Dybbuk-Traditionen - amerikanisches Populär-Kino in Cinemascope, das, wie viele andere US-Filme auch, auf Themen der jüdischen Kultur anspielt bzw. diese geschickt einbaut. Der Film spielt in den USA der Gegenwart, in der eine Kiste unheilvolle Auswirkungen hat. Drinnen haust offensichtlich ein alter Dibbuk – da hilft nur noch ein echter Rabbi mit einigen mächtigen Beschwörungsformeln … Wie heisst es zu Beginn des Films: “The following is based on a true story”..
EINE FAST FRIEDLICHE WELT - UN MONDE PRESQUE PAISIBLE (F 2002)
Freitag, 17. Mai 2013 um 10:02 Uhr
DO, 30. Mai 2013 – 19:00
REGIE, BUCH: Michel Deville
KAMERA: André Diot
SCHNITT: Judith Riviére Kawa, Andrea Sedlácková
MUSIK: Giovanni Bottesini
MIT: Simon Abkarian, Lubna Azabal, Zabou Breitman, Clotilde Courau,Vincent Elbaz
LÄNGE: 93 Min
Französische Originalfassung, Englische Untertitel ÖSTERREICH PREMIERE Paris 1946: Die fast friedliche Welt einer jüdischen Schneiderei in Paris. Der Krieg ist vorbei, die deutschen Besatzer vertrieben, und die Noch-Lebenden können wieder atmen. Der Alltag wird wieder erobert, die Shoah mit schwarzem Humor bewältigt. Die alten Kleider werden abgelegt, die fünf Schneider, Frauen und Männer, versuchen einen arbeitsreichen und emotionalen Neuanfang. Ein wunderbarer Film, der von dem hervorragenden Schauspieler-Ensemble, darunter Simon Abkarian, der in ARMEE DES VERBRECHENS die Hauptrolle spielte, getragen wird. Suggestive Kameraarbeit und ein Gefühl für behutsamen Musikeinsatz ziehen die ZuschauerInnen in diese fast friedliche Welt. Michel Deville (Das wilde Schaf; Die Vorleserin) lieferte mit diesem Film eines der bedeutendsten Beispiele für die französische Filmkunst, die das Leben und vor allem die Liebe „danach“ beleuchtet.