Bei einem Filmtitel wie LE CHANT DES MARIÉES / Die Hochzeitsmelodie erwartet man eigentlich einen der üblichen Filme über Liebe, Schmerz und Herz, irgendwo im gefühlstrunkenen Niemandsland zwischen Hollywood und Weißem Rössl? Der Film der französischen Regisseurin Karin Albo bringt etwas ganz anderes auf die Leinwand. Er erzählt in wundervoll poetischen Bildern von zwei jungen Freundinnen, die um ihre erste Liebe, ihre Identität, ihre Gefühle und um ihren Platz in der sie umgebenden Gesellschaft ringen. Myriam ist Jüdin und Nour Muslimin, Töchter von Nachbarfamilien, für die Verständnis, wechselseitige Unterstützung selbstverständlich sind, wie der gemeinsame Besuch im Hammam zeigt. Beide Familien gehören nicht zu den vermögenden Schichten.