VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN (Ö / D / Ungarn 2010)
Sonntag, 06. November 2011 um 19:30 Uhr
VERANSTALTUNGSORT: METRO Kino (Johannesgasse 4, 1010 Wien)
Französische OF mit engl. UT
Mit Einführung und Diskussion.
REGIE: Elisabeth Scharang
BUCH: Peter Turrini, Silke Hassler, Elisabeth Scharang
KAMERA: Jean-Claude Larrieux
MUSIK: Thomas Jarmer
PRODUZENT: Dieter Pchlatko
LÄNGE: 95 Minuten
MIT: Johannes Krisch, Thomas Fränzel, Ursula Strauss, Raphael Goldwasser, Orolya Tóth, Peter Vegh
Gelungene filmische Auseinandersetzungen mit der Shoah made in Austria sind eine Rarität. Mit Erfolg haben sich österreichische Filmemacher den Problematiken dern gesellschaftlichen Auswirkungen der Shoah gewidmet, wie Axel Cortis WELCOME IN VIENNA oder Robert Schindel und Lukas Stepaniks GEBÜRTIG. Elisabeth Scharang zeigt in VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN nicht das filmisch kaum darstellbare Grauen der Lager, sondern die Begegnung zwischen österreichischen Dorfbewohnern mit den Opfern der Todesmärsche gegen Kriegsende. Mit bissigem schwarzem Humor zeichnet sie die abgründige Mentalität der Dorfbewohner und es gelingt ihr dadurch ein „Heimatfilm“ der besten Sorte. Ohne Kitsch und Sentimentalität wird hier Peter Turrinis Theaterstück auf die Leinwand gezaubert, unterstützt von wunderbaren Schauspielern, deren Gesichter noch lange nachwirken.
ANSCHLIESSEND: PUBLIKUMSGESPRÄCH MIT DER REGISSEURIN
Elisabeth Scharang ist seit 1989 als Radio und Fernsehjournalistin tätig und arbeitet seit 1997 als freie Filmemacherin und Drehbuchautorin sowohl im fiktionalen als auch im dokumentarische Bereich. Ihre Filme öffnen stets einen gesellschaftpolitischen Diskurs - etwa der Dokumentarfilm "Meine liebe Republik" über den Euthanasiearzt Heinrich Gross und sein Opfer Friedrich Zawrel oder das Psychogramm des Briefbombenterroristen Franz Fuchs "Ein Patriot". Scharangs Filme waren und sind auf zahlreichen internationalen Filmfestivals wie Berlinale, Karlovy Vary, San Francicso zu Gast. Für die hohe Qualität ihrer Filmarbeit wurde ihr heuer der Axel-Corti-Preis verliehen. VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN ist der erste Kinospielfilm der Regisseurin.