VERANSTALTUNGSORT: ZIB Baden (Grabengasse 14, 2500 Baden bei Wien)
Franz. OF mit engl. UT Einführung und Diskussion mit Frank Stern.
REGIE: Alan Crosland BUCH: Samson Raphaelson, Alfred A. Cohn, Jack Jarmuth KAMERA: Hal Mohr MUSIK: Louis Silvers SCHNITT: Harold McCord MIT: Al Jolson, May McAvoy, Warner Oland, Eugenie Besserer, Otto Lederer, Robert Gordon, Richard Tucker PRODUKTION: Warner Bros. Pictures LÄNGE: 88 Minuten
Im Rahmen der neuen im KINO.IM.ZIB: JÜDISCHER SCHMALZ UND ANDERE (MISS)TÖNE
Der Kantor Rabinowitz muss zu seinem Entsetzen feststellen, dass sein Sohn Jakie keinerlei Ambitionen hegt, die Familientradition fortzuführen. Statt in der Synagoge zu singen interessiert sich Jakie viel mehr für Jazz und Ragtime. Nach einer Auseinandersetzung mit seinem Vater verlässt er das elterliche Heim, um sich fortan als Jack Robin durchs Leben zu singen. Als er ein paar Jahre später kurz vor dem endgültigen Durchbruch steht, wird er durch eine Krankheit seines Vaters vor eine schwere Entscheidung gestellt. Die Handlung hat einen biographischen Bezug zum Hauptdarsteller Al Joson, der tatsächlich Sohn eines Kantors war. Auch der berühmte Kantor Jossele Rosenblatt trat in einer Gastrolle im Film auf.
Wir zeigen diesen ersten Tonfilm der Kinogeschichte in einer überarbeiteten digitalisierten Fassung!
Der damals unerwartete Filmerfolg rettete die Produktionsfirma Warner Brothers vor dem finanziellen Ruin. Der Film kam nicht zuletzt überhaupt deshalb noch zustande, weil u.a. Al Jolson auf seine Gage verzichtet hatte und "nur" eine prozentuelle Beteiligung an einem möglichen Kassenerfolg mit Warner Bros. vereinbart wurde (Jolson hat mit The Jazz Singer letztlich etwa 750.000 US Dollar verdient). Sam Warner, der sich bei Warner Brothers am stärksten für die neue Technologie eingesetzt hatte, starb am Tag vor der Welturaufführung und konnte so den Durchbruch des Tonfilms, den er maßgeblich gegen erhebliche Widerstände in der Familie und der Branche durchgesetzt hatte, nicht mehr erleben. Das Werk wurde als erster Tonfilm mit einem Ehrenoscar prämiert.