REGIE: Avi Nesher BUCH: Hadar Galron, Avi Nesher KAMERA: Michel Abramowicz DARSTELLER: Ania Bukstein, Michal Stamler und Fanny Ardant LÄNGE: 120 Minuten
Avis Neschers „Ha-Sodot“ ist einer der bedeutendsten israelischen Produktionen der letzten Jahre. Abseits vom Tel-Aviver Mainstream-Kino mit seinen Baywatch-Schönheiten oder den ewig gleichen anklagenden Bildern des „Nahost-Kriegskinos“ erzählt er eine wunderbare Geschichte.
Eine junge orthodoxe Jüdin, die lernen will – "Yentl" einmal anders, nämlich in authentischen Bildern. Man erlebt hier die Welt der orthodoxen Frauen, die ihr Recht aufs Lernen durchsetzen wollen, ohne ihre religiöse Identität aufgeben zu müssen.
Aber der Film ist noch viel mehr. Der Zuschauer lernt die von Mystik und Magie durchwebte Kabbala kennen, aber ohne Madonna und jeden Hokuspokus – auch wieder ganz nah an den echten Traditionen. Ein anderer Hauptdarsteller ist das pittoreske Safed mit all seinen verwinkelten Gassen, von Michel Abramowicz so plastisch eingefangen, dass man glaubt die Steine direkt berühren zu können – und das alles ohne jede 3-D-Effekthascherei.